Wenn alltägliche Handbewegungen zur Herausforderung werden, kann eine Rhizarthrose die Ursache sein. Die gute Nachricht: Mit einer gezielten Behandlung lassen sich Schmerzen oft lindern und die Handfunktion verbessern.
Die Rhizarthrose bezeichnet eine Arthrose (degenerative Gelenkerkrankung) des Daumensattelgelenks. Dieses Gelenk befindet sich an der Basis des Daumens, zwischen dem ersten Mittelhandknochen (Metacarpale I) und dem großen Vieleckbein (Os trapezium).
Wie entsteht die Rhizarthrose
Die Rhizarthrose entsteht durch den Abbau des Gelenkknorpels im Daumensattelgelenk.
Mögliche Ursachen:
Alterungsprozesse: Natürliche Abnutzung des Gelenkknorpels mit zunehmendem Alter
Überlastung: Häufige Belastung durch Greif- und Drehbewegungen
Verletzungen: Frühere Traumata oder Brüche im Bereich des Daumensattelgelenks
Angeborene Fehlstellungen oder Instabilitäten
Genetische Veranlagung: Familiäre Häufung
Hormonelle Faktoren, z.B. bei Frauen nach den Wechseljahren
Beschwerden und Symptome
Schmerzen an der Daumenbasis, besonders bei Belastung oder Greifen
Bewegungseinschränkungen im Daumensattelgelenk
Schwellungen und gelegentlich Rötung
Kraftverlust beim Greifen oder Festhalten von Gegenständen
Knirschen oder Reiben im Gelenk (Krepitation)
Im Spätstadium: sichtbare Deformierung des Gelenks
Wie ist der Verlauf einer Rhizarthrose
Die Rhizarthrose verläuft chronisch und schreitet meist langsam voran:
Anfangs mild mit gelegentlichen Belastungsschmerzen
Später Zunahme der Beschwerden auch in Ruhe
Funktionseinschränkungen und Kraftverlust nehmen zu
In schweren Fällen kann die Bewegung stark eingeschränkt sein, und es entstehen Gelenkversteifungen oder Fehlstellungen
Behandlungsmöglichkeiten
Konservative Therapie
Schienen/Orthesen zur Ruhigstellung und Entlastung
Physio-/Ergotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit und Kräftigung
Medikamentös: Schmerzmittel (NSAR), lokale Injektionen
Wärme- oder Kälteanwendungen zur Schmerzreduktion
Operative Therapie
Resektionssuspensionsarthroplastik
Bei dieser OP wird das große Vieleckbein entfernt
Um die entstandene Lücke zu stabilisieren und ein Absinken des Daumens zu verhindern, wird eine körpereigene Sehne (meist aus dem Unterarm) als „Suspensionsband“ eingesetzt
Ziel ist die Schmerzlinderung und der Erhalt der Daumenbeweglichkeit
Häufig angewendet und gut bewährt bei fortgeschrittener Rhizarthrose
Operative Therapie
Daumensattelgelenkprothese
Hierbei wird das zerstörte Gelenk durch eine künstliche Prothese ersetzt
Die Prothese besteht meist aus Metall und Kunststoff
Indikation bei starken Schmerzen und hochgradiger Gelenkzerstörung, wenn die Resektionsarthroplastik nicht in Frage kommt oder gewünscht ist
Prognose der Rhizarthrose
Konservativ behandelte Rhizarthrose:
Die Beschwerden können oft über Jahre hinweg mit Schienen, Therapie und Schmerzmitteln kontrolliert werden. Allerdings schreitet die Arthrose meist langsam fort, sodass die Symptome langfristig zunehmen können.
Nach Resektionssuspensionsarthroplastik:
Diese Operation hat in der Regel eine gute Prognose. Die meisten Patient:innen berichten über eine deutliche Schmerzreduktion und eine verbesserte Daumenfunktion. Die Beweglichkeit bleibt erhalten und der Kraftverlust ist meist gering. Komplikationen sind selten und der Daumen bleibt in der Regel stabil. Die Ergebnisse sind dauerhaft, aber der Heilungsprozess kann mehrere Monate dauern.
Nach Daumensattelgelenkprothese:
Die Prothesenimplantation führt oft zu einer schnellen Schmerzfreiheit und guten Beweglichkeit. Die Haltbarkeit der Prothese liegt meist bei etwa 10-15 Jahren, danach kann ein Austausch notwendig sein. Komplikationen wie Prothesenlockerung oder Infektionen können die Prognose verschlechtern. Der Heilungsprozess dauert um die 6 Wochen.
Langfristig:
Ohne Behandlung kann die Rhizarthrose zu zunehmender Schmerzhaftigkeit, Bewegungseinschränkung und Funktionseinschränkung des Daumens führen. Operative Therapien verbessern die Lebensqualität deutlich, allerdings können auch sie gewisse Einschränkungen hinterlassen.
Dr. Christoph Bauer
Ich helfe Ihnen die Rhizarthrose in den Griff zu bekommen
Es dauert etwa zwei Wochen, bis zur Nahtentfernung, bis die Wunde gut abgeheilt ist. Danach darf die Wunde wieder in Kontakt mit Wasser kommen und man kann mit der Narbenpflege mit entsprechenden Salben beginnen.
Ab der Nahtentfernung soll mit Ergotherapie begonnen werden um die Beweglichkeit nach der Operation wiederherzustellen und eine möglichst rasche Wiedereingliederung in den Alltag zu gewährleisten.
Die Operation ist, dank moderner Anästhesie-Verfahren, für Sie schmerzfrei. Entweder erhält man eine Vollnarkose oder eine Betäubung des Arms mithilfe einer gezielten Injektion eines lokalen Betäubungsmittels in die Achsel.
Wenn der Alltag aufgrund von Schmerzen oder Schwäche sehr stark eingeschränkt ist und die konservative Therapie keine Besserung mehr bringt, ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation.
Neben allgemeinen OP-Risiken wie z.B. Blutung, Gefäß- oder Nervenverletzung, Wundheilungsstörung oder Infektion gibt es spezielle Risiken bei Implantation einer Daumensattelgelenks-Totalendoprothese. Verrenkung (= Luxation), Lockerung der Komponenten oder Abrieb sind zu erwähnen.
Nach einer Resektionssuspensions-Arthroplastik kann es z.B. zur Proximalisierung (= Tiefertreten) der Basis des 1. Mittelhandknochens und damit verbundenen Schmerzen kommen.
Ja, es wird dringend angeraten, ungefähr ab der Nahtentfernung mit einer Ergotherapie zu starten. Die benötigte Dauer der Therapie ist je nach Patient:in unterschiedlich. Das selbstständige Üben zuhause ist dabei ein zentraler Teil der Therapie.
4-6 Wochen nach der Implantation einer Daumensattelgelenks-Totalendoprothese sind Sie, bei optimalem Verlauf, wieder voll einsetzbar. Bei einer Resektionssuspensionsarthroplastik beträgt die Dauer etwa 3-4 Monate. Je nach Beruf ist man aber schon vor Ablauf dieser Zeit wieder arbeitsfähig.