Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eine Nervenkompression des Medianusnervs (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenks. Der Nerv verläuft durch den sogenannten Karpaltunnel, einen engen Kanal, der von Knochen und Bindegewebe (Retinaculum flexorum) gebildet wird. Wenn in diesem Tunnel zu wenig Platz ist oder Druck entsteht, wird der Nerv eingeklemmt – mit schmerzhaften Folgen.
Wie entsteht das Karpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Kompression des Nervus medianus im Bereich des Karpaltunnels am Handgelenk.
Mögliche Auslöser:
Entzündliche Prozesse (z. B. Tendinitis der Beugesehnen)
Flüssigkeitsansammlungen (z. B. durch Schwangerschaft oder Überlastung)
Traumata oder Verletzungen
Wiederholte Belastungen oder Fehlhaltungen (z. B. bei bestimmter Handarbeit oder am Computer)
Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes
Beschwerden und Symptome
Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schmerzen in den Fingern, vor allem im Daumen, Zeige-, Mittel- und halben Ringfinger (Versorgungsbereich des Medianusnervs)
Nächtliche Schmerzen oder Einschlafen der Hand, häufig mit Aufwachen
Schwächegefühl in der Hand, besonders beim Greifen oder Halten von Gegenständen
Im fortgeschrittenen Stadium: Muskelschwund am Daumenballen (Thenaratrophie)
Behandlungsmöglichkeiten
Konservative Therapie
Schienenbehandlung: Tragen einer Handgelenkschiene, vor allem nachts
Medikamente: Entzündungshemmende Mittel (z. B. Ibuprofen)
Kortison-Injektionen: Vorübergehende Linderung durch Entzündungshemmung
Vermeidung belastender Tätigkeiten
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nicht helfen oder Lähmungen/Muskelschwund auftreten, ist eine offene Operation zur Entlastung des Karpalkanals angezeigt.
Prognose des Karpaltunnelsyndroms
Die Prognose ist in der Regel gut, besonders wenn frühzeitig operiert wird. In schweren, lange unbehandelten Fällen kann die vollständige Rückbildung von Nervenschäden eingeschränkt sein.
Dr. Christoph Bauer
Ich helfe Ihnen das Karpaltunnelsyndrom in den Griff zu bekommen
Die offene Karpaltunnelspaltung ist ein standardisiertes Verfahren:
1. Anästhesie: Meist in örtlicher Betäubung (lokal oder regional), selten in Vollnarkose 2. Schnittführung: Etwa 3–5 cm langer Schnitt an der Handinnenfläche in Richtung Handgelenk 3. Spaltung des Retinaculum flexorum (des Karpalbandes), um den Druck auf den Nerv zu entlasten 4. Überprüfung des Nervs auf eventuelle Engstellen oder Schäden 5. Verschluss der Wunde, meist mit ein paar Hautnähten
Die Operation dauert in der Regel 10–15 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.
Es dauert etwa zwei Wochen, bis zur Nahtentfernung, bis die Wunde gut abgeheilt ist. Danach darf die Wunde wieder in Kontakt mit Wasser kommen und man kann mit der Narbenpflege mit entsprechenden Salben beginnen.
Symptome wie nächtliche Schmerzen sind meistens schon in der ersten postoperativen Nacht nicht mehr vorhanden. Kribbeln oder Gefühlsstörungen brauchen in der Regel länger um sich zurückzubilden. Je nach präoperativer Schädigung des Nervs, können diese Beschwerden auch in einem gewissen Ausmaß zurückbleiben.
Dank dem lokalen Betäubungsmittel, das vom Operateur injiziert wird, ist der Eingriff schmerzfrei. Man kann einen Druck spüren bzw. „das da etwas passiert“.
Prinzipiell kann man in den Anfangsstadien mit konservativer Therapie gute Erfolge erzielen. Allerdings sollte man nicht so lange warten bis der Nerv höhergradig geschädigt ist und sich postoperativ daher nur schwer erholen kann.
Wenn die Schmerzen oder Gefühllosigkeit den Alltag und die Nacht zu stark einschränken und konservative Therapien keine Besserung mehr bringen, sollte man an eine Operation denken.
Es gibt, wie bei jeder Operation, Risiken. Darunter fallen zum Beispiel Blutung, Gefäß- oder Nervenverletzung, Wundheilungsstörung, anhaltende Beschwerden, Rezidivgefahr oder Infektion.